Akademie im Dialog

Diagnose und Therapie Osteoporose – eine Frau mit 800 Jahren?

Altern bedeutet Veränderung, in vielerlei Hinsicht. Das Risiko für Krankheiten nimmt zu. Das ist wahrlich nichts Neues, dies gilt auch für die Osteoporose besonders bei Frauen ab etwa dem 50. Lebensjahr. Altern bedeutet aber nicht automatisch, auch krank und gebrechlich zu werden. Diagnose und Therapie sind die ersten Schritte, rechtzeitig eine schwere Erkrankung zu verhindern. Was sind aber 50 oder mehr Jahre im Alter eines Menschen im Vergleich zum Alter gotischer Kathedralen mit ihrem filigranen Gerüst ähnlich unserem Knochenbau mit den Trabekeln?  Betrachten wir eine über 800 Jahre alte Frau, nämlich das „Münster – Unserer Lieben Frau“, das Freiburger Münster. Zuletzt gab es 2005 und wieder 2009 Informationen, dass der filigrane Turm in sich nicht mehr stabil sei (▶Abb. 1).

Kranker „Patient“ kann ein Mensch oder ein gotisches Münster sein. Das praktische Vorgehen ist sehr vergleichbar – nicht nur bei der Baustruktur gotischer Ka- thedralen zur Knochenstruktur, sondern auch bei den Schritten zur Diagnosesicherung und Therapie. Das „kranke Münster“ selbst kann nicht klagen oder zum Arzt gehen, daher erfolgen in regelmäßigen Abständen detaillierte Untersuchungen. Der „Arzt“ ist hier die Münsterbauhütte mit ihren zahlreichen Fachexperten, ebenso wie Fachärzte der Osteologie verschiedenen Fachrichtungen angehören.

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